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Wenn Kinder Fragen über den Tod stellen

Mama, wann wirst du sterben? Friert die Oma nicht in dem kalten Grab? Wann kommt Opa denn nun wieder? Kinder stellen manchmal unglaubliche und manchmal ganz pragmatische Fragen. Was Sie antworten können und was Kinder wirklich brauchen – ein…

Trauermusik umrahmt die Trauerfeierlichkeiten oder den Abschied an der Grabstelle auf besonders emotionale Weise und spricht uns aus der Seele. Zudem spendet sie Trost und gibt den Trauernden Zeit, dem Verstorbenen zu gedenken und Abschied zu nehmen.

Dabei bleibt es ganz den Angehörigen überlassen, ob die musikalische Begleitung über die Anlage des Bestatters abgespielt oder ein Musiker wie ein Organist, Cellist oder Sänger engagiert wird. Selbstverständlich können auch die Trauergäste gemeinsam ein Lied anstimmen, ein guter Freund beispielsweise Gitarre spielen oder der Musikverein ein Stück als letzte Ehre vortragen.

Die Wahl der Trauermusik

Bei der Trauermusik gibt es keine Vorgaben. Alles ist möglich. Von religiösen Titeln wie „So nimm denn meine Hände“ und klassischen Klängen wie Mozarts „Requiem“ bis hin zu internationalen Songs wie Elton Johns „Candle in the Wind“ und deutschen Liedern wie Unheiligs „Geboren um zu leben“. Bei dieser Vielfalt fällt die Entscheidung nicht leicht, vor allem, wenn die Hinterbliebenen einen unterschiedlichen Musikgeschmack haben. Deshalb ist es sinnvoll zu überlegen, welche Lieder oder Interpreten der Verstorbene gerne hörte und welche Trauermusik überhaupt zu seiner Persönlichkeit passt. Vielleicht hat der Verstorbene sogar zu Lebzeiten eine Musikauswahl im Rahmen einer Bestattungsvorsorge getroffen?

Wie viele Lieder werden auf einer Trauerfeier gespielt?

Um festzulegen, wie viele Lieder auf einer Trauerfeier gespielt werden, sollte immer die gewünschte Gesamtlänge der Trauerfeier und ein stimmiges Verhältnis von Musikdarbietung und Trauerrede im Blick behalten werden. Bewährt haben sich meist drei bis vier Titel. Das erste Stück wird dabei häufig gleich zu Beginn beim Einzug der Trauergemeinde gespielt, oder sobald alle Platz genommen haben.

Wer sich dennoch unsicher ist, kann sich einfach an seinen Bestatter wenden und sich in allen Fragen zur Trauermusik beraten lassen.

Autorin:
Ramona Peglow

Bild:
pixabay.com/Ri_Ya

Ratgeber.

Kinder sind von Natur aus sehr neugierig. Sie wollen erfahren, wie die Dinge des Lebens funktionieren und stellen manchmal ganz unvermittelt Fragen, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Ab dem Vorschulalter von etwa drei bis vier Jahren ist es ganz normal, dass manche Kinder beginnen, sich auch für den Tod zu interessieren. Gerade Fragen zu Sterben, Tod und Trauer sind jedoch nicht immer leicht zu beantworten und können selbst Erwachsene stark verunsichern. Lesen Sie hier ein paar Anregungen und Tipps, wie Sie möglichen Fragen begegnen können:

Mama, wann wirst du sterben?

Auf so eine Frage können Sie ganz ehrlich und pragmatisch mit einem „Ich weiß es nicht“ oder „Das weiß niemand so genau“ antworten. Schließlich wissen Sie es wirklich nicht und keiner von uns wird je in der Lage sein, in die Zukunft zu sehen. Aber Sie können Ihrem Kind versichern, dass Sie noch lange nicht sterben wollen, noch ganz, ganz lange für es da sein möchten und beispielsweise erleben wollen, wie es groß wird und später selber einmal Kinder hat. So können Sie Ihr Kind bestärken, dass es sich jetzt keine Sorgen um Ihren Tod machen muss und geben nach einer eher sachlichen noch eine liebevolle Antwort.

Friert die Oma nicht in dem kalten Grab?

Fragen nach dem Empfinden eines Verstorbenen können Sie gut erklären, indem Sie bei den Körperfunktionen ansetzen und klar sagen, was „tot sein“ bedeutet: „Das Herz der Oma schlägt nicht mehr und sie atmet oder bewegt sich auch nicht mehr.“ Sie können Kindern damit vermitteln, dass ein toter Körper aufgehört hat zu funktionieren, nicht mehr frieren und sich die Oma zum Beispiel auch nicht mehr fürchten oder Sorgen machen kann. Sagen Sie ruhig dazu, dass der Tod zum Leben dazugehört: Auch Tiere sterben und Pflanzen gehen ein. Hilfreich kann auch der Vergleich mit den vergehenden Jahreszeiten von Frühjahr bis Winter sein. Ein Werden und Vergehen gehört zum Kreislauf des Lebens dazu. Das können Kinder meist sehr gut annehmen.

Wann kommt Opa denn nun wieder?

Hier sollten Sie eindeutig sagen, dass der verstorbene Opa nicht mehr wieder kommt. Auch Umschreibungen und Beschönigungen wie „Der Opa ist eingeschlafen“ oder „Er ist von uns gegangen“ sind unbedingt zu vermeiden, da sie ganz leicht missverstanden werden können und Kindern häufig Angst machen. Kinder können viel besser mit Klarheit und Wahrheit umgehen, als wenn sie unzureichende oder sogar falsche Informationen bekommen. Ganz besonders Fragen zur Endgültigkeit können Sie beispielsweise auch auf metaphorische Weise verständlicher machen: Sie können in Bildern von der Verwandlung der Raupe erzählen, die zum Schmetterling wird und davonfliegt. Auch Spielzeug kann hilfreich sein. Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Spielzeug aussortieren, es verschenken oder spenden, ist es nicht mehr da und kommt auch nicht wieder. Selbst wenn Sie dann etwas Neues zum Spielen nachkaufen, ist es nicht mehr dasselbe.

Was Kinder wirklich brauchen

Kinder denken in jedem Stadium ihrer Entwicklung anders über den Tod und stellen andere Fragen. Auch wenn kleinere Kinder den Tod noch nicht richtig verstehen können, sind sie dennoch neugierig und wollen etwas darüber erfahren. Oft nehmen Erwachsene das Interesse der Kinder am Tod nicht ernst genug. Tatsächlich brauchen Kinder Informationen und wollen erst genommen werden – und das in jedem Alter!

Hilfreiche Tipps & Tricks

  • Seien Sie offen und gehen Sie empathisch mit den Fragen Ihres Kindes um.
  • Geben Sie eindeutige, ehrliche Antworten und beschönigen Sie nichts, wenn Sie über den Tod sprechen.
  • Haben Sie Geduld und sagen Sie auch, wenn Sie etwas nicht genau beantworten können.
  • Fragen Sie unbedingt nach! Eine schöne Möglichkeit ins Gespräch zu kommen und herauszufinden, was ein Kind verstanden hat, ist eine ganz einfache Frage: „Was meinst du dazu?“
  • Lesen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Bücher zum Thema Tod und Trauer.

Autorin:
Stephanie Tamm

Bild:
pexels.com/popsugar

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